Klemens Bittmann - violine & mandola

 

Geboren in Graz, Österreich 

Studium der klassischen Violine an der Universität für Musik & darstellende Kunst Graz

Studium Jazzgeige bei Didier Lockwood am Didier Lockwood Music Center in Paris

 

In Österreich gründet er die Formationen Beefólk, folksmilch, Radio String Quartet und das Duo BartolomeyBittmann.

Dort ist er sowohl als Geiger und Mandola-Spieler, als auch als Komponist und Arrangeur aktiv. Mit diesen Gruppen absolviert er zahlreiche Konzerttourneen in Österreich und Deutschland, den Niederlanden, Iran, Island, Russland, USA, Norwegen, Kenia, Malta, China und Hong Kong. 

Neben diesen eigenen Projekten sind folgende Kooperationen aufzulisten: 

Klaus Paier (Klaus Paier Trio and String Quartet), Wolfgang Muthspiel (Beefólk featuring Wolfgang Muthspiel), Gerald Preinfalk (Tangogo, Moskau52, Bukovina III), Alegre Correa (Alegre Correa Quartet), Alex Deutsch, dem Radio String Quartet (als Arrangeur des Mahavishnu Projekts), Drew Sarich & Dead Poets String Quartet (als Arrangeur des „Ugly Nina“ Projekts), Wolfgang Temmel (Bonsai Garden Orchestra, Dear_GRZ), Mercedes Echerer (Wellentanz & Donaumärchen), Helgi Jonsson, Anna F, Valerie Sajdik, Maria Bill, Ursula Strauss ("Marlene" Programm), Andrea Eckert, Stefan Heckel, Thomas Mauerhofer, Christian Bakanic, Alexander Tschernek, Cornelius Obonya, Olivier Tambosi, Erich Oskar Hütter, Paul Gulda u.v.a.

Weitere Streicherarrangements für:

Boy, Andreas Bourani, Helgi Jonsson, Conchita Wurst, Sarah Nardelli, AnnaF, Rita Chiarelli, Louie Austen, Sarah Grubinger, Broadlahn, Valerie Sajdik u.v.a.

2009 komponierte Klemens Bittmann das Soloalbum „Leaving Velidhu“

2010 entstand gemeinsam mit dem klassischen Sänger Ulfried Staber das Projekt „Frauendienst“, dessen Inhalt die Vertonung von Texten des Minnesängers „Ulrich von Liechtenstein“ ist.

2011 entwickelte er im Auftrag des Judenburger „liquid music“ Festivals die Klanginstallation „from the distance“ und 2012 die Live-Loop-Performance „en passant“.

2012 Studium Musikmanagement an der Donauuniversität in Krems.

2013 arbeitete er vermehrt als Theatermusiker (Volkstheater Wien, TTZ Graz, Theater an der Rott...).  

Seit 2013 liegt ein weiterer künstlerischer Schwerpunkt auf den Duo-Formationen mit dem Cellisten Matthias Bartolomey (BartolomeyBittmann), sowie mit dem Holzbläser Georg Gratzer.

2014 ist er Finalist des Zbigniew Seifert Jazz-Violin-Competition in Krakau.    

Außerdem ist Klemens Bittmann als Workshopleiter (Musik Cuveé - Leutschach, MIMF Murau, Kunstuniversität Graz, Niederösterreichisches Musikschulmanagement...), sowie als Studioarrangeur im Bereich String-Arrangements tätig.

2014 veröffentlicht BartolomeyBittmann ihre erste CD mit dem Titel „Meridian“

und präsentiert das Programm „Marlene“ mit der Schauspielerin Ursula Strauss.

2015 veröffentlicht BartolomeyBittmann ihre zweite CD mit dem Titel „Neubau“ beim Label Preiser Records in Wien.

Klemens Bittmann spielt eine Violine von Josephus Pauli (Linz, 1817), eine Mandola von Markus Kirchmayr (Natters in Tirol, 2004) und spielt Saiten von Thomastik-Infeld Vienna.

2016 BartolomeyBittmann NEUBAU Tour. Video: Live @ Posthof Linz


english

 

Klemens Bittmann

violin & mandola 

 

Born in Graz, Austria

Classical Violin studies at the University of Music and Arts in Graz

Jazz violin studies at the Didier Lockwood Music Center in Paris

 

Back in Austria he founded the two bands Beefólk, folksmilch, Radio String Quartet and BartolomeyBittmann which already are major acts in the world-music jazz-scene in Austria. In these groups he plays violin and mandola as well as he uses his composing and arranging abilities. A large number of concert tours from Austria and Germany to Iceland, USA, Netherlands, Iran, Norway, Malta, Kenia, China, Hong Kong and Russia. Besides these two projects exist collaborations with Klaus Paier (Klaus Paier Trio and String quartet), Wolfgang Muthspiel (Beefólk feat. Wolfgang Muthspiel), Gerald Preinfalk (Tangogo and Moskau52), Alegre Correa, Alex Deutsch, Louie Austen, Thomas Mauerhofer, Christian Bakanic, Wolfgang Temmel (Dear_GRZ), Georg Gratzer, radio string quartet (Mahavishnu project), Drew Sarich & Dead Poets String Quartet ("ugly Nina" project), Stefan Heckel, Helgi Jonsson, Broadlahn, Mercedes Echerer, Sarah Grubinger, Ursula Strauss, Alexander Tschernek, Olivier Tambosi and since 2007 with the Austrian pop singers Anna F, Maria Bill, Andrea Eckert, Paul Gulda, Erich Oskar Hütter, Cornelius Obonya and Valerie Sajdik. 

String arrangements for: Boy, Andreas Bourani, Helgi Jonsson, Conchita Wurst, Sarah Nardelli, AnnaF, Rita Chiarelli, Louie Austen, Sarah Grubinger, Broadlahn, Valerie Sajdik and many others.

2009 Klemens composed the studio solo-album „leaving velidhu“.

2010 he concepted together with the classical singer Ulfried Staber the project „Frauendienst“ where the lyrical content came from the austrian minnesänger „Ulricht von Liechtenstein“.

2011 Klemens developed on request of the „liquid music“ festival in „Judenburg“ the sound performance „from the distance“ and 2012 the live performance „en passant“.

2014 Zbigniew Seifert Jazz Violin Competition finalist. 

Klemens has always been an in demand studio string-arranger and musician for various projects. 

2014 release of the first BartolomeyBittmann album „Meridian“

2015 release of the second BartolomeyBittmann album „Neubau“ at Preiser Records Vienna.

Klemens Bittmann plays a violin by Josephus Pauli (Linz, 1817), a mandola by Markus Kirchmayr (Natters in Tirol, 2004) and Thomastik-Infeld Vienna strings.

2016 BartolomeyBittmann NEUBAU Tour. Video: Live @ Posthof Linz


Otmar Klammer, Kleine Zeitung - September 2011

Sehnsucht nach dem Harmonieverständnis

Klemens Bittmann oder der Künstler als Unternehmen seiner selbst

 

So haben wir es gern, wenn wir es mit einem Musiker zu tun bekommen, bei dem man im Gespräch bald merkt, dass er sich als Künstler, als ein Unternehmen seiner selbst begreift. Klemens Bittmann glaubt an die Musik als Ganzes, aber mehr noch an sich selbst. Das macht den Musiker zum Unternehmen (nicht zum Unternehmer!), zum Unternehmen Bittmann. Ein Unternehmen freilich, das nie fertig sein kann und von dem er sich selbst immer wieder überraschen lassen darf.

Das schließt die Ensemblearbeit natürlich nicht aus, die ihm dabei hilft „das eigene künstlerische Ich zu erkennen". Individuum im Kollektiv zu bleiben, ein wacher Teil im künstlerischen Ganzen, eine Idee im musikalischen Universum, so lässt sich das Credo des gebürtigen Grazers im Dienst des Ensembles zusammenfassen. Ein Credo, in dem uns seine wörtliche „Sehnsucht nach dem Harmonieverständis" am meisten beeindruckt, umso mehr, wenn dieses Bekenntnis von einem Musiker stammt, der zuerst klassische Geige in Graz, dann Jazzgeige bei keinem Geringerem als Didier Lockwood in Paris studiert hat und heute bekannt dafür ist, dass er sich mit seiner gesamten musikalischen Arbeit in einem stilistischen Spektrum bewegt, wo es harmonisch ohnehin meist dicht und kühn hergeht. Dass ein Profi wie er, von der „Magie von Akkordverbindungen" schwärmen kann, hat etwas von jener kindlichen Begeisterungsfähigkeit, die Offenheit als die beste Prognose für das Unternehmen Bittmann verspricht. 

So besehen mögen Bild und Position des Musikers, die sich von Klemens Bittmann in all den Jahren im Musikleben des Landes manifestiert haben - und dessen Verdienste er auch redlich für sich verbuchen darf -, bisweilen trügerisch oder voreingenommen sein. Immerhin hat sich der 34-jährige Geiger und Mandola-Spieler vornehmlich mit zwei Gruppen einen klingenden Namen gemacht, die nur einen winzigen Teil seines weiten musikalischen Horizonts abdecken und aus deren gefeierten Auftritten ihn auch die allermeisten kennen: die von ihm gegründete Jazzrockfolkfusion-Combo „Beefolk", seine „Wohlfühl-Band", und das eher kammermusikalisch orientierte Crossover-Trio „Folksmilch" mitsamt seinem mehr oder weniger subtilen Spaßfaktor. Letzteres auch mit dem bescheidenen Wunsch, „die Leute zu unterhalten und damit Geld zu verdienen". So kennen ihn die meisten.

Eher schon ein Fall für die richtigen Bittmann-Fans ist das junge Duo „Frauendienst", das sich einen klassischen Liederzyklus erkiest hat, für den ein gewisser Ulrich von Liechtenstein Pate stand.

Die größte Herauforderung für den Geiger und Mandola-Spieler ist aber wohl das Quartett des Gitarrenvirtuosen Alegre Corrêa, das ständig auf Improvisation basiert und „von dem man nur lernen kann". Sagt einer, dessen Arrangements bei Leuten wie Drew Sarich, Andreas Bourani, Boy, Sarah Nardelli und Anna F. (Pop), Rita Chiarelli (Blues), Helgi Jonsson und die Ramona Gillard Band (Rock) oder das Radio String Quartet (John McLaughlin) sehr gefragt sind.

Wie das Arrangieren und Komponieren überhaupt eine immer größere Rolle im musikalischen Kosmos des vermutlich ewigen Visionärs einnehmen, der von Gruppen wie dem Mahavishnu Orchestra John McLaughlins, Christian Muthspiels Motley Mothertounge oder allem, was mit Miles Davis oder dem Alban Berg Quartett zu tun hat, beeinflusst sein will.

Zur Zeit arbeitet Bittmann an einem Streichertrio für Cello, Bratsche und Oktavgeige, also einem eigenwillig instrumentierten Trio, wo von der Tonlage „alles irgendwie in der Mitte drin" ist. Wobei es dem gelernten Geiger in letzter Zeit die Bratsche und die Oktavgeige als Instrumentalist besonders angetan haben. So wie es ihn, der seit vielen Jahren vornehmlich auf der Mandola - in fünfsaitiger elektrischer und akustischer Form - zugange war und ist, im Allgemeinen wieder sehr stark zurück zum Streichinstrument, besonders zur Bratsche zieht. Dieser gilt momentan auch seine intensive Auseinandersetzung mit Sound und Intonation.

Sein „ganzes Herzblut" floss zuletzt aber ihn ein audiovisuelles Projekt, ein Projekt, das - für den gemeinen Bittmann-Fan doch überraschend - einen bislang ungeahnten Innovationsdrang und Experimentiergeist des vielfältigen Musikers zeitigte. Für das Judenburger Festival „Liquid Music" schrieb und inszenierte Bittmann im Sommer 2011 in grenzgängerischer Risikofreudigkeit die komplexe multimediale Komposition "from the distance", bei der die fünf Glocken des dortigen Stadtturms die Hauptdarsteller waren und wobei dem Publikum am Hauptplatz Hören und Sehen verging. Ein kleines Gesamtkunstwerk eines seriösen Musikers, der nur allzu oft und sträflicherweise in die - wenngleich erweiterte - Folkjazzszene gedrängt wird.

War es in früheren Jahren wohl die Vielseitigkeit, sowohl Formationen, Instrumentarium wie auch Stilistiken betreffend, sind es heute mehr und mehr das Spezialisieren auf gewisse Errungenschaften und die Entwicklung einer spezifischen künstlerischen Identität bzw. die gegenseitige Wechselwirkung derselben, die die Aufmerksamkeit auf den besonnenen Musiker lenken. Womit auch die Zeitplanung zu einem wichtigen Faktor seines künstlerischen Selbstverständnisses werden musste. Wenn Kunst Priorität hat, ist der Musiker beim Künstler angekommen.

Wobei Klemens Bittmann längst erkannt hat, „dass Üben ein Befreien von erlernten Schranken ist". Und die „Basis für Kreativität". Erst dann ist es verständlich, wenn es ein Musiker „als hohes Privileg" bezeichnet, sich in die ihm „künstlerisch wichtigen Formationen und Projekte vertiefen zu können."